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Als einer meiner größten Fehler für mein Selbstbewusstsein betrat ich, selbst gelernte Friseurin, diesen Salon. Wie ich mich dabei fühlte und wie ich Angst um mein und dem kompletten Friseurhandwerk und jetzt auch meinen Spiegel zuhause habe, möchte ich jetzt erzählen. Einmal wollte ich auch wissen wie es ist, ein Kunde zu sein und verwöhnt zu werden. Schnell Undercover einen Termin gemacht und nach einer Woche (einziger Pluspunkt, das ging wirklich flott) war es soweit. Ich bekam einen neuen Schnitt mit einer Haarwäsche und einer Föhnfrisur. Aber fangen wir von vorne an. Normalerweise, zumindest kenne ich es so, sollte man freundlich empfangen und behandelt werden. Dem war allerdings nicht so. Mürrisch und wahrscheinlich auch schon erschöpft von der Schicht wurde ich gefragt was ich hier möchte. Mit meiner guten Laune nannte ich meinen Namen, meinen Termin und bei wem ich heute behandelt werden soll. Uninteressiert wurde ich aufgefordert meine Sachen abzulegen und meiner Friseurin zu folgen. Ich freute mich schon darauf meinen Wunsch zu äußern, mit einen paar Beispielfotos in der Tasche, nahm ich Platz. Man fragte mich weshalb ich mich hinsetzte, da wir sofort zum Waschbecken gehen sollen. Ab diesem Moment hatte ich Bauchschmerzen und wusste intuitiv, auf welchem niedrigen Level der Friseurkunst wir uns herab gelassen haben. Fertig vom Waschen und mit Bammel ging es für mich zurück an den Platz. Nach dem üblichen gefloskel: „Ihre Haare sind kaputt…; Da muss ich schon was abschneiden…; Wissen Sie eigentlich wie man Haare pflegt?“ ,wurde ich dann gebeten mein Beispielfoto zu zeigen. Keine Ahnung ob Sie es sich angesehen hat. Aber so wie ich jetzt aussehe schätze ich Sie hatte ihre Augen dabei zu. Als wir anfingen und ich gesehen habe wie meine Haare abgeteilt wurden war mir klar, das geht jetzt in die Hose. Ich glaube nicht das die Kollegin schon etwas vom Kreuzscheitel (oder fachgerechtem Abteilen) gehört hat, aber sowas was kein Handwerk das gehört für mich schon zu Pfusch. Gezeigt wurden mir 4cm Längenverlusst. Darauf habe ich mich auch eingestellt und akzeptierte. Während dem schneiden fiel der Friseurin auf „Oh Sie haben ja Natur. (Bed. Naturlocken)“. Trotz dieser sehr frühen Erkenntnis wurden meine Haare aber nicht Naturgerecht geschnitten. Es wurde mit Vollschnitt geschnitten, dies fühlt sich zwar toll an, schmeichelt aber nicht den Erhalt meiner Locken und lässt sie in der Spitze zu kantig aussehen. Fachlich Richtig hätte ich einen Stechschnitt gewählt, aber um sowas lässt sich streiten. So schlimm war es allerdings auch nicht, weil von meinen Naturlocken jetzt, nämlich gar nichts mehr übrig geblieben ist. Jede Minute die verging wurden meine Haare kürzer und kürzer und kürzer… Ich war zu perplex und fühlte mich wie paralysiert. Gerne hätte ich mich vor Ort persönlich dazu geäußert, aber von meinem eh schon sehr geringen Selbstbewusstsein schwand pro Minute immer mehr. Fertig vom Schneiden wurden meine Haare geföhnt. Dabei kann man doch nicht viel falsch machen, mag man meinen. Allerdings wurde ich auch hier eines besseren belehrt. Ich bekam eine Außenwelle wie die Trümmerfrauen von 1940. Fachlich vielleicht korrekt, aber nicht anzuwenden bei einer jungen Erwachsenen wie ich es bin. Long Story Short: Vielleicht habe ich mich auch nicht richtig ausgedrückt vor Ort, zumindest Zweifel ich schon an mir selbst, und bin garantiert nicht kleinlich was meine Haare anbelangt. Durch meine Lehre habe ich selbst auch schon viel experimentiert. Aber heute war es soweit das sogar ich meinen Haaren hinterher geweint habe. Für Stammkunden, welche Zufrieden sind, waren und werden können mit dieser Rezession nichts anfangen und das möchte ich auch garnicht. Ich möchte nur den jungen Mädchen mit dem Traum von langen Haaren einen Tipp da lassen. Meidet diesen Salon. Ich werde jetzt meinen Frust, meine Wut und mein mangelndes Selbstbewusstsein mit Weißwein runter spülen und hoffe darauf das meine Haare schnell wieder wachsen und ich mich im Spiegel wieder sehen kann. Cheers…